{"id":161,"date":"2021-12-25T17:59:40","date_gmt":"2021-12-25T17:59:40","guid":{"rendered":"https:\/\/von-anderen-medien.de\/?page_id=161"},"modified":"2025-09-12T22:09:58","modified_gmt":"2025-09-12T22:09:58","slug":"medien-und-mediationen-was-heisst-und-wie-weit-reicht-mediengeschichte-2","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/gregory.es\/index.php\/medien-geschichte\/medien-und-mediationen-was-heisst-und-wie-weit-reicht-mediengeschichte-2\/","title":{"rendered":"Medien und Mediationen. Was hei\u00dft und wie weit reicht Mediengeschichte"},"content":{"rendered":"<p>Diskussionspapier zu einem Workshop der AG Mediengeschichte in der Gesellschaft f\u00fcr Medienwissenschaft (GfM), Paderborn, Juni 2015.<br \/>\nStephan Gregory (Weimar)<\/p>\n<p><strong>Erstens: Mediengeschichte als Geschichte der Medien<\/strong><\/p>\n<p>Es ist naheliegend, Mediengeschichte zun\u00e4chst als eine Geschichte &#8222;der Medien&#8220; zu verstehen. Mediengeschichte w\u00e4re dann dadurch definiert, dass sie es mit einem Gegenstand namens Medien zu tun hat, so wie die Kunstgeschichte es mit der Kunst und die Literaturgeschichte mit der Literatur zu tun hat. Ein solcher Versuch, Mediengeschichte durch das Objekt &#8222;Medien&#8220; zu definieren, hat allerdings mit dem Problem zu k\u00e4mpfen, dass dieser Gegenstand keineswegs besonders deutlich konturiert ist. Jedenfalls reicht das Spektrum der unterschiedlichen Ansichten um einiges weiter, als dies bei der Literatur oder der Kunst der Fall ist. Je nachdem, mit welchem Medienbegriff operiert wird (und wie konsequent er eingesetzt wird), werden sehr unterschiedliche Mediengeschichten hervorgebracht werden.<\/p>\n<p>Doch ergeben sich die Gegenst\u00e4nde der Mediengeschichte offensichtlich nicht allein aus theoretischen Entscheidungen. Eher gehen sie aus einer Art Evolutionsprozess hervor, der sich als Zusammenspiel von theoretischer Mutation und gesellschaftlicher Selektion kennzeichnen l\u00e4sst. So k\u00f6nnen neue, abweichende Auffassungen von dem, was ein Medium ist, durchaus neue Gegenst\u00e4nde der Mediengeschichte hervorbringen. Ob sie sich halten k\u00f6nnen, ist aber wesentlich von Faktoren abh\u00e4ngig, die mit der theoretischen Entscheidung nichts zu tun haben, z.B. der Frage, wie gut sie sich in die Reihe bereits etablierter, durchsetzter Medienformationen einf\u00fcgen, ob und in welcher Weise sie sich auf aktuelle Medienph\u00e4nomene (&#8222;New Media&#8220;) beziehen lassen, ob sie von dem Aufwind bestimmter anderer Paradigmen (z.B. Arch\u00e4ologie, Geologie, Ethnologie, Wissenschaftsforschung, \u00d6kologie, usw.) profitieren k\u00f6nnen, aber auch, ob sich von diesen so weit unabh\u00e4ngig machen k\u00f6nnen, dass sie von dem Abflauen der entsprechenden Konjunktur nicht in Mitleidenschaft gezogen werden. Dieser Prozess der gesellschaftlichen Approbation scheint auf eine Art &#8222;Mainstreaming&#8220; der Mediengeschichte hinauszulaufen: Auch wenn es offenbar sehr unterschiedliche Auffassungen davon gibt, was Medien sind, so handeln Mediengeschichten dann doch meistens und mehr oder minder von den gleichen Gegenst\u00e4nden. Zumindest kann man sagen, dass es eine Kernpopulation von Dingen und Techniken gibt, ohne die kaum eine Mediengeschichte auskommt. So wie die herk\u00f6mmliche Geschichte eine Geschichte der &#8222;gro\u00dfen M\u00e4nner&#8220; war, so h\u00e4lt sich die Mediengeschichte an die &#8222;gro\u00dfen Medien&#8220;, diejenigen Apparate und Techniken, von denen man schon wei\u00df, dass sie &#8222;Epoche gemacht&#8220; haben.<\/p>\n<p><strong>Zweitens: Mediengeschichte als allgemeine Geschichte<\/strong><\/p>\n<p>Die Schwierigkeit der Mediengeschichte, ihren Gegenstand (&#8222;Medien&#8220;) zu definieren, stellt keineswegs nur einen Nachteil dar. Vielmehr ergibt sich daraus die M\u00f6glichkeit Mediengeschichte grunds\u00e4tzlich neu zu denken, n\u00e4mlich als eine Wissenschaft, die nicht so sehr durch ihr Objekt, sondern durch eine bestimmte Herangehensweise bestimmt wird. Feministische Historikerinnen hatten es irgendwann satt, auf &#8222;Frauen-Themen&#8220; festgelegt zu werden \u2013 sie reklamierten die Zust\u00e4ndigkeit ihrer Art des Fragens f\u00fcr alle Gegenst\u00e4nde der Geschichte, sie verlangten, dass, wenn von menschlichen Gesellschaften die Rede war, Fragen der geschlechtlichen Ordnung und Unterordnung grunds\u00e4tzlich mitber\u00fccksichtigt werden m\u00fcssten. \u00c4hnlich, denke ich, k\u00f6nnte die Originalit\u00e4t einer medialen Historiographie darin bestehen, sich nicht so sehr \u00fcber einen Gegenstand namens Medien, sondern \u00fcber die besondere Weise des Zugangs zu und der Darstellung von geschichtlichen Situationen zu definieren. F\u00fcr eine so aufgefasste Mediengeschichte w\u00fcrde es sich also nicht unbedingt darum handeln, die Geschichte von Medien zu schreiben, sondern mit Medien Geschichte zu schreiben. Ein Kennzeichen dieser Art von Geschichtsschreibung w\u00e4re die besondere Aufmerksamkeit f\u00fcr die Weisen der Vermittlung, die Formen der Medialit\u00e4t, die in den jeweils ins Auge gefassten historischen Situationen eine Rolle spielen.<\/p>\n<p>Dabei stellt sich allerdings die Frage, inwiefern eine so aufgefasste mediale Geschichtsschreibung von den eingespielten Rastern und Suchbegriffen der Mediengeschichte Gebrauch machen kann, insbesondere von dem Begriff der &#8222;Medien&#8220;. Vielleicht enth\u00e4lt dieser eine allzu starke Vorentscheidung dar\u00fcber, was in einer bestimmten historischen Situation als Instanz der Vermittlung zu betrachten ist. Wie Alexander Galloway, Eugen Thacker und McKenzie Wark in der Einleitung zu ihrem Buch <em>Excommunication<\/em> bemerken, impliziert die Rede von den Medien, so wie sie in den heutigen Media Studies gef\u00fchrt wird, stets einen &#8222;normativen Zugang&#8220;, der &#8222;breitere Diskussionen \u00fcber die Weisen der Vermittlung verbietet&#8220; \u2013 dazu geh\u00f6rt nicht nur der Diskurs des Mediendeterminismus und die dazugeh\u00f6rige &#8222;Rhetorik der Gefahr&#8220;, sondern auch die in andern Kreisen ge\u00fcbte Praxis des &#8222;konspirativen Suchens nach Br\u00fcchen und Kontinuit\u00e4ten&#8220;. Daher der Appell, sich nicht von den &#8222;devices&#8220; gefangen nehmen zu lassen, sondern die Frage &#8222;what is mediation?&#8220; neu in den Blick zu nehmen.[1]<\/p>\n<p>Eine solche Verschiebung der Aufmerksamkeit von den Medien-Dingen zu den Operationen der Vermittlung scheint mir nicht nur f\u00fcr die medienphilosophische Spekulation von Interesse zu sein. Wenn Mediengeschichte mehr sein soll als eine Auff\u00fchrung heutigen Medienwissens im historischen Kost\u00fcm, wird sie nicht \u00fcberall sofort &#8218;Medien&#8216; finden, sondern mit einer gewissen Offenheit f\u00fcr \u00dcberraschungen nach den Vermittlungsweisen suchen, die in einer bestimmten Situation eine Rolle spielen.<\/p>\n<p><strong>Wandlungen des Apriori<\/strong><\/p>\n<p>Um deutlich zu machen, worin die Dringlichkeit einer solchen Neukonzeption der Begrifflichkeiten liegt, m\u00f6chte ich im Folgenden auf jene spezielle Weise der Mediengeschichtsschreibung eingehen, die im deutschsprachigen Kontext seit immerhin drei Jahrzehnten die Diskussionen \u00fcber den Zusammenhang von Medien und Geschichte beherrscht und die in den letzten Jahren unter dem Titel &#8222;German Media Theory&#8220; oder &#8222;Berlin School&#8220; auch an amerikanischen Universit\u00e4ten Einfluss gewinnen konnte \u2013 wahrscheinlich vor allem deswegen, weil sie es geschafft hat, sich das Image einer alternativen, gegen den Mainstream der Geschichtsschreibung gerichteten Rebellion zu erhalten.<\/p>\n<p>Gemeint ist nat\u00fcrlich die von Friedrich Kittler entwickelte Version von Mediengeschichte. Ich m\u00f6chte mich hier auf einen Begriff konzentrieren, der sozusagen zum Quellcode dieser Art von Geschichtsschreibung geh\u00f6rt, n\u00e4mlich das Postulat des &#8222;medialen Apriori&#8220;. Mit diesem Begriff spricht die Kittlersche Medientheorie aus, wie sehr sie dem Modell der Kantschen Erkenntniskritik verpflichtet ist. Nach Kant gibt es auf der einen Seite das &#8222;Ding an sich&#8220;, also die Sache in ihrer eigentlichen Wirklichkeit, die uns \u2013 als solche \u2013 nicht zug\u00e4nglich ist. Auf der anderen Seite haben wir das Subjekt, also das erkennende Wesen, das der Realit\u00e4t die Strukturen seines Erkenntnisapparats auferlegt und auf diese Weise die erscheinende Wirklichkeit hervorbringt, die Dinge wie sie f\u00fcr das Subjekt sind. Wirklichkeit ist also nicht einfach gegeben, sie wird hergestellt, und zwar durch die Schemata der Wahrnehmung (Raum und Zeit), sowie die Kategorien des Verstandes (Quantit\u00e4t, Qualit\u00e4t, Modalit\u00e4t, Relation), die der menschlichen Erkenntnis gleichsam eingebaut sind und, wie Kant sagt, die &#8222;Bedingungen der M\u00f6glichkeit&#8220; jeder Erfahrung ausmachen. Das ist es, was Kant mit dem Begriff des &#8222;Transzendentalen&#8220; belegt: ein Schematismus, ein Apparat, der die Bedingungen der M\u00f6glichkeit von Erfahrung definiert. Alles was wir als Wirklichkeit wahrnehmen, nehmen wir so und nur so wahr, weil es den immer gleichbleibenden Apparat von perzeptiven und gedanklichen Syntheseleistungen durchlaufen hat.<\/p>\n<p>Bei Kant zu finden ist also die f\u00fcr Medientheorie grundlegende Einsicht, dass es keine unmittelbare Wahrnehmung gibt, dass wir keinen Zugang zum &#8222;Ding an sich&#8220; haben, dass so etwas wie ein &#8222;Ding&#8220; erst durch eine Reihe von Vermittlungen wirklich, d.h. &#8222;f\u00fcr uns &#8220; zum Gegenstand wird. Um allerdings als Modell f\u00fcr Mediengeschichtsschreibung dienen zu k\u00f6nne (so wie sie es heute tut) war die Kantsche Konstruktion doch zu geschlossen. Es waren vor allem zwei Umst\u00e4nde, die als st\u00f6rend hervortraten, und die behoben werden mussten, bevor Mediengeschichte &#8218;mit Kant&#8216; geschrieben werden konnte: Erstens beschr\u00e4nkt sich die Kette der Vermittlungen bei Kant auf das Innere des Subjekts, die Konstitution von Welt findet im Kopf statt. Zweitens denkt Kant den transzendentalen Apparat, den Schematismus, durch den Wahrnehmung und Erkenntnis fabriziert werden, als ewig und unver\u00e4nderlich. Die Grundbedingungen des menschlichen Denkens stehen au\u00dferhalb der Geschichte, sie ver\u00e4ndern sich nicht. An Kants Transzendentalphilosophie mussten also zwei nicht ganz nebens\u00e4chliche Ver\u00e4nderungen vorgenommen werden, um sie f\u00fcr die Erkl\u00e4rung medientechnischer Vermittlungsleistungen geeignet zu machen. Erstens handelte es sich darum, die Idee aufzugeben, dass alle Erkenntnisbedingungen im Subjekt zentralisiert seien. Als &#8222;Bedingungen der M\u00f6glichkeit von Erkenntnis&#8220; sollten nicht nur die im Innern des menschlichen Geistes ablaufenden Schematismen der Wahrnehmung und des Verstandes gelten, sondern auch und besonders die \u00e4u\u00dferen, gesellschaftlichen und technischen Apparaturen der Schematisierung von Wirklichkeit. Damit waren, im Unterschied zu Kant, auch solche Dinge als transzendental, das hei\u00dft als erfahrungskonstitutiv zu begreifen, die selbst im Bereich des Erfahrbaren liegen. In diesem Sinn eines erweiterten Kantianismus l\u00e4sst sich Nietzsches Einsicht verstehen: &#8222;Unser Schreibzeug arbeitet mit an unseren Gedanken&#8220; \u2013 das hei\u00dft, auch das triviale Zeug, das zur Welt geh\u00f6rt, bestimmt dar\u00fcber, wie Welt wahrgenommen wird. Damit ist der zweite Punkt angedeutet, an dem eine kantianische Medientheorie \u00fcber Kant hinausgehen musste: Bei Kant ist die Struktur der menschlichen Erkenntnis ein f\u00fcr alle mal festgelegt: Die Schematismen der Einbildungskraft und die Kategorien des Verstandes liegen vor jeder Erfahrung, sie sind &#8222;a priori&#8220;, wie es bei Kant hei\u00dft, gegeben. Die Medienapparate jedoch, die unsere Erkenntnis strukturieren, liegen selbst nicht au\u00dferhalb des empirisch Erfahrbaren, sie sind ver\u00e4nderlich, sie stehen in der Geschichte und wirken an Geschichte mit.<\/p>\n<p>In Anlehnung an und zugleich in Absetzung von Kant hat Michel Foucault von einem &#8222;historischen Apriori&#8220; gesprochen. Der Ausdruck war geeignet um die Doppelrolle einer Struktur zu bezeichnen, die sowohl der Geschichte als Bedingung ihrer M\u00f6glichkeit vorausgeht (daher &#8222;Apriori) als auch selbst von der Geschichte geformt wird, sich nur in der und durch die Geschichte entfaltet (daher der Ausdruck &#8222;historisch&#8220;). Der Begriff des historischen Apriori impliziert also einen ins Empirische gewendeten Kantianismus: eine Transzendentalphilosophie, die die M\u00f6glichkeitsbedingungen des Empirischen im Empirischen selbst aufzufinden versucht. Dabei handelt es sich eigentlich, zumindest nach Foucaults Voraussetzungen, um eine nicht ganz unproblematische Idee. Foucault selbst hatte ein paar Jahre zuvor, in der <em>Ordnung der Dinge<\/em>, die Idee eines Empirisch-Vorfindlichen, das zugleich den Gegenstand wie die Bedingung der Untersuchung abgeben k\u00f6nne, ausdr\u00fccklich verworfen. Die Aporie der Humanwissenschaften liegt f\u00fcr ihn darin, dass der Mensch darin als eine &#8222;empirisch-transzendentale Dublette&#8220; auftaucht, als etwas, das zugleich das Objekt wie die Bedingung der Erkenntnis sein soll: &#8222;Der Mensch ist in der Analytik der Endlichkeit eine seltsame, empirisch- transzendentale Dublette, weil er ein solches Wesen ist, in dem man Kenntnis von dem nimmt, was jede Erkenntnis m\u00f6glich macht.&#8220;[2] Angewandt auf Diskurse und Medien schien die Figur des empririsch-transzendentalen Doppels weniger Schwierigkeiten zu bereiten: Jedes bereits konstituierte Empirische l\u00e4sst sich als Bedingung der M\u00f6glichkeit von anderem Empirischem verstehen, einfach wenn man davon ausgeht, dass jede verwirklichte Struktur bestimmte Anschlussm\u00f6glichkeiten bereitstellt und andere Wahlen ausschlie\u00dft.[3]<\/p>\n<p>Jedenfalls lie\u00df sich der Ausdruck &#8222;historisches Apriori&#8220;, den Foucault im Bezug auf die von ihm untersuchten Diskursformationen gebraucht hatte, mit Leichtigkeit auf Medienfomationen \u00fcbertragen, zum &#8222;medialen Apriori&#8220; umformulieren. Wobei man sagen muss, dass das &#8222;mediale Apriori&#8220;, so wie es bei Kittler erschien, um einiges kantianischer war als das Foucaultsche Diskurs-Apriori: Die Betonung lag hier deutlich auf der zeitlichen und logischen Vorg\u00e4ngigkeit von Medien als Bedingungen der M\u00f6glichkeit von Erkenntnis \u2013 dass dieses Apriori nach Foucaults Auffassung zugleich historisch und damit in st\u00e4ndiger Umarbeitung begriffen ist, wurde dagegen weitgehend ausgeblendet. Dass Medien als Voraussetzungen von Wahrnehmung und Erkenntnis wirken k\u00f6nnen, dass sie geschichtsm\u00e4chtig werden k\u00f6nnen, schien nur denkbar, wenn man sie als stabile technische Gestelle, als starre Schematismen begriff.<\/p>\n<p>Dagegen schien es offenbar kaum als m\u00f6glich, sich ein Apriori vorzustellen, das st\u00e4ndig im Fluss ist: Wie sollte etwas, das laufend seine Gestalt wandelt, als Bedingung der M\u00f6glichkeit von Denken und Wahrnehmung fassbar werden? Wenn es Versuche gab, die arch\u00e4ologische Sichtweise durch eine genealogische Perspektive zu erg\u00e4nzen und damit das Apriori ein wenig mehr zu historisieren, so betrafen sie nicht so sehr die Wirkungsweise von bereits konstituierten Medien, sondern vor allem den Aspekt des Herausbildung von Medien, des &#8222;Medien-Werdens&#8220;. So hat Joseph Vogl daran erinnert, dass Medien, bevor sie als solche wirksam werden, zun\u00e4chst einmal entstehen m\u00fcssen, und dass dieses Medien-Werden nicht als zielgeleitete Bewegung, sondern eher als Aufeinandertreffen kontingenter Umst\u00e4nde begriffen werden muss.[4] Selbst dieser vorsichtige Versuch, dem medialen Apriori etwas von der Starrheit eines mechanischen Apparats zu nehmen und es unter dem Aspekt seiner prozessualen Zusammensetzung zu betrachten, stie\u00df jedoch bei den Vertretern einer orthodoxen Medienapriorismus auf Ablehnung: Gegen die Aufl\u00f6sung fester Medienkonturen in einem unberechenbaren Medien-Werden setzte beispielsweise Wolfgang Ernst die Offensichtlichkeit des dinglichen Seins und des apparativen Funktionierens von Medien:<\/p>\n<p>&#8222;[D]a es Medien als Objekte, als Artefakte (bestehend aus einer Kombination Materie und Logik, als apparative Materialit\u00e4t und als die von ihr vollzogene signaltechnische Produktion) gibt, hat es Sinn, nicht von Medien als Nicht-Medien zu reden.&#8220;[5]<\/p>\n<p>Die medienphilosophische Diskussion scheint an dieser Stelle in einer Art Ping-Pong-Spiel gefangen zu sein: Je nach Gesichtspunkt und je nachdem, was man demonstrieren will, lassen sich Medien als starre Schemata, als technologische Gestelle, als Matrizen der Welterfahrung beschreiben, oder \u2013 mit etwas mehr Aufwand \u2013 als vor\u00fcbergehende Konstellationen, die sich jederzeit neuen Zusammensetzungen \u00f6ffnen k\u00f6nnen, als heterogene Ensembles, die keinem \u00fcbergeordneten Plan unterstehen, als wuchernde Strukturen, die st\u00e4ndig neue, unvorhergesehene Verkettungen hervorbringen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Als Friedrich Kittler in den fr\u00fchen 1990 Jahren von Stefan Heidenreich und Pit Schultz auf die M\u00f6glichkeit eines bastlerischen Umgangs (im Sinne von L\u00e9vi-Strauss&#8216; Unterscheidung von Bastler und Ingenieur, aber auch im Sinn des Wunschmaschinen-Konzepts von Deleuze und Guattari) mit technischen Medien angesprochen wurde, hat er nur lakonisch geantwortet: &#8222;Wir kennen es ja alle aus den <em>Mille plateaux<\/em>. Ich habe noch nie eine gebastelte Integralgleichung gesehen.&#8220;[6] Umgekehrt kann etwa Bruno Latour, der sich darum bem\u00fcht, die mit der kantischen Erkenntnistheorie vorausgesetzte Gegen\u00fcberstellung von Subjekt und Objekt prozessphilosophisch \u2013 unter Berufung auf Whitehead und Deleuze \u2013 aufzul\u00f6sen , mit der Idee von Medien im Sinn dinglich vorhandener Entit\u00e4ten nichts anfangen. Wie er in einem Interview, das er w\u00e4hrend eines Aufenthalts am Weimarer IKKM gegeben hat, deutlich macht, w\u00fcrde er die Fokussierung auf Medien, als etwas, das sich &#8222;zwischen zwei Elementen&#8220; befindet, am liebsten ersetzen durch die reine Betrachtung jener &#8222;Operationen der Mediation&#8220;[7], die von den Elementen selber ausgehen \u2013 nicht von &#8218;dazwischen&#8216; zu findenden Medien.<\/p>\n<p><strong>Fallstricke der Medienarch\u00e4logie<\/strong><\/p>\n<p>Wenn es um die Beschreibung der aktuellen Medienlage geht, l\u00e4sst sich der medienaprioristischen Position (&#8222;Es gibt Medien&#8220;) durchaus ein gewisser Evidenz-Vorteil zuerkennen: Dass Medien &#8218;da&#8216; sind und als reichlich starre Gestelle verf\u00fcgen, was wahrgenommen, gesagt, gedacht und getan werden kann, l\u00e4sst sich zumindest f\u00fcr die heutigen, medientechnisch &#8218;\u00fcberentwickelten&#8216; Gesellschaften kaum von der Hand weisen. Schwierigkeiten mit dieser Auffassung gibt es aber sp\u00e4testens dann, wenn der Kantsche Schematismus, der sich in seiner ganzen Anlage, in seiner apparativen Verfassung als ein Produkt des Maschinenzeitalters zu erkennen gibt, auf Zeiten und R\u00e4ume angewendet wird, f\u00fcr die von einer Dominanz technischer Vermittlung keine Rede sein kann. Denn der Begriff des medialen Apriori impliziert nicht nur, dass Gesellschaften stets eine bestimmte Weise der kommunikativen Vermittlung ausbilden, und dass diese Weise der Vermittlung f\u00fcr alles, was in der Gesellschaft geschehen kann, grundlegend ist: das w\u00e4re \u2013 mit Abstrichen \u2013 noch zu akzeptieren. Die g\u00e4ngige Redeweise vom &#8222;medialen Apriori&#8220; l\u00e4uft vielmehr darauf hinaus, einen partikularen Medienbegriff, eine bestimmte heute g\u00e4ngige Auffassung von der Funktionsweise von Medien zu verallgemeinern und als Generalschl\u00fcssel zur Erkl\u00e4rung vergangener Mediensituationen zu verwenden.<\/p>\n<p>Symptomatisch f\u00fcr die Projektion heutiger Medienvorstellungen in die Geschichte sind die Arbeiten von Friedrich Kittler, die jedes mediale Geschehen unter dem Gesichtspunkt der Speicherung, \u00dcbertragung und Verarbeitung von Daten zu fassen versuchen \u2013 Funktionen, die der Universalmaschine Computer abgelesen sind. Aber auch andere haben sich in der Euphorie der Pionierzeit dazu hinrei\u00dfen lassen, die eigene technisch hochger\u00fcstete Gegenwart als den Fluchtpunkt aller bisherigen Mediengeschichte zu setzen und die gesamte Geistesgeschichte im Licht der digitalen Medien neu zu lesen. Aus dieser aufgeregten Phase stammt ein 1989 herausgegebenes Buch mit dem Titel stimmungsvollen Titel &#8222;Mediend\u00e4mmerung&#8220;. Dort versucht sich Michael Wetzel, Literaturwissenschaftler aus Kassel, an einer &#8222;Arch\u00e4ologie der Medien&#8220;, was f\u00fcr ihn hei\u00dft, Philosophiegeschichte auf ihren nachrichtentechnischen Fortschritt hin zu untersuchen und nach proto-medientheoretischen S\u00e4tzen zu durchk\u00e4mmen. Auf diese Weise stellt sich die Leibnizsche ars combinatoria als Verwirklichung eines Festwertspeichers dar (ROM &#8211; Read Only Memory), Kants Schematismus der Erkenntnis dagegen als &#8222;Schreiblese-Speicher&#8220; (RAM &#8211; Random Access Memory). Von Hegel wird gesagt, dass er &#8222;Fichtes Binarismus von Setzen und Nicht-Setzen zur digitalen Sendefrequenz der &#8218;bestimmten Negation'&#8220; ausgebaut habe, Goethe wird als Theoretiker des Rauschens ins Feld gef\u00fchrt, und Lessing erweist sich &#8222;in seiner Polemik mit Goeze als stahlharter Informatiker, der dem Offenbarungspositivismus des Theologen die Fakten menschlichen Nachrichtenwesens entgegenschleudert&#8220;[8].<\/p>\n<p>Die sp\u00e4tere Medienarch\u00e4ologie, verbunden vor allem mit dem Namen von Wolfgang Ernst, hat zwar nicht mehr diesen Ton von &#8222;fr\u00f6hlicher Wissenschaft&#8220; \u2013 an der eigentlich ganz unarch\u00e4ologischen Voraussetzung, im Fr\u00fcheren auf jeden Fall das Eigene wiederfinden zu wollen, h\u00e4lt sie dennoch fest, macht dies sogar zum Programm: In einem Entwurf zu &#8222;Medientheorie als Medienarch\u00e4ologie&#8220; gesteht Wolfgang Ernst die M\u00f6glichkeit zu, dass \u2013 &#8222;in einem erweiterten Blickwinkel&#8220; \u2013 &#8222;auch Kulturtechniken wie etwa das Alphabet ins Blickfeld&#8220; der arch\u00e4ologischen Untersuchung geraten k\u00f6nnten, &#8222;allerdings&#8220;, wie er erg\u00e4nzt, &#8222;unter dem strikten Fokus der von den technischen Medien aufgeworfenen (R\u00fcck)Fragen&#8220;. Es sei eben die Besonderheit von Medienarch\u00e4ologie, sich nicht auf kulturelle Semantiken zu richten, sondern auf die &#8222;nicht-diskursive Ebene medialer Praxis in ihren epistemologischen Konsequenzen, getreu einer Nachrichtentheorie, die Kommunikation nicht hermeneutisch deutet, sondern mathematisch kalkuliert&#8220;[9] \u2013 was bedeutet, dass als mediale Vermittlungsleistung nur das in Frage kommt, was sich als Prozessierung von Daten im Sinn der mathematischen Informationstheorie auffassen l\u00e4sst. Wie Jussi Parikka in der Einleitung zu dem von ihm herausgegebenen Band <em>Digital memory and the archive<\/em>, einer Sammlung von Schriften Wolfgangs Ernsts, betont, versteht sich &#8222;der Medienarch\u00e4ologe&#8220; vor allem als ein &#8222;reverse engineer&#8220;[10], als ein Technik-Experte, der von den vorhandenen Apparaturen auf ihren Bauplan zur\u00fcckschlie\u00dft: Damit kommen nat\u00fcrlich nur solche Dinge als Medien in Betracht, die technisch zusammengesetzt und entsprechend auch wieder zerlegbar sind. Fruchtbarkeitst\u00e4nze, ekstatische Reden und bunte Kirchenfenster geh\u00f6ren offenbar nicht dazu.<\/p>\n<p>Erstaunlicherweise hat die unter &#8222;Medienarch\u00e4ologie&#8220; firmierende Tradition es geschafft, ihre Bornierung auf technische Medien in ein Qualit\u00e4tsmerkmal medienhistorischer Besch\u00e4ftigung umzum\u00fcnzen. Seit McLuhan geh\u00f6rt es zum guten Ton der Medienwissenschaft, sich von einer gef\u00fchlsduseligen Medienph\u00e4nomenologie zu distanzieren, die sich an so peinliche Dinge wie Sinn, Inhalte und &#8222;sogenannte Seelen&#8220;[11] h\u00e4lt und \u2013 im Blick auf die Geschichte \u2013 nichts besseres zu tun hat, als &#8222;die illusion\u00e4re, phantasmagorische F\u00fclle vergangenen Lebens&#8220;[12] zu beschw\u00f6ren. Vor die entsprechende Wahl gestellt, wird sich \u2013 50 Jahre nach <em>Understanding Media<\/em> \u2013 kaum jemand f\u00fcr &#8222;die befangene Haltung des technischen Dummkopfs&#8220;[13] entscheiden wollen, der sich von Medieninhalten irref\u00fchren l\u00e4sst; viel attraktiver scheint es, sich in die Position des illusionslosen Analytikers zu begeben, f\u00fcr den einzig die &#8222;Schaltungen&#8220; z\u00e4hlen: Ihm wird \u2013 &#8220; im Augenblick gnadenloser Unterwerfung unter Gesetze, deren F\u00e4lle wir sind&#8220; \u2013 &#8222;die Lage [&#8230;] erkennbar&#8220;.[14] Doch verl\u00e4uft die mit solchen Polarisierungen bewirkte Spaltung der Medienwissenschaft nicht einfach zwischen Betrachtungen, die die &#8222;media materiality&#8220; in den Blick nehmen, und solchen, die sich an ihrer &#8222;phenomenality&#8220; orientieren.[15] Wie die hier ge\u00fcbte Rhetorik der K\u00e4lte (Kittler schw\u00e4rmt vom Gl\u00fcck einer Erkenntnis &#8222;jenseits des Eises&#8220;[16], Wolfgang Ernst beschw\u00f6rt den &#8222;kalten Sinn&#8220; des Medienarch\u00e4ologen[17]) deutlich macht, handelt es sich um eine wesentlich weitergehende Festlegung: Wahre, d.h. mit k\u00fchlem Kopf betriebene Medienwissenschaft ist nur diejenige, die sich mit k\u00fchlen Medien besch\u00e4ftigt, d.h. mit solchen, die nicht nur technisch verfasst sind, sondern nach M\u00f6glichkeit auch zur Organisation in &#8222;diskreten&#8220; Zust\u00e4nden, zum Prinzip der &#8222;Schaltung&#8220; tendieren. So ist f\u00fcr Wolfgang Ernst die wahre Geschichtsbetrachtung nur diejenige, die sich ganz dem Stroboskopeffekt des Digitalen verschrieben hat: &#8222;Der kalte Blick schaut auf Historie aus der Perspektive des Archivs; er sieht [&#8230;] die Sp\u00e4rlichkeit des Materials, die L\u00fccken, diskrete Zust\u00e4nde, die mit dem korrespondieren, was in den digitalen Medien l\u00e4ngst wirkungsm\u00e4chtig geworden ist.&#8220;[18]<\/p>\n<p>Ob ausgesprochen oder nicht, wird in der von Kittler begr\u00fcndeten Tradition das Digitale zum Flucht- und Kulminationspunkt der Mediengeschichte, von dem aus jedem medienhistorischen Ereignis seine Bedeutung zugewiesen wird: als etwas, das von der Heraufkunft des Digitalen k\u00fcndet oder dies eben &#8222;noch nicht&#8220; tut. Was in diese Ableitungen nicht hineinpasst, wird passend gemacht \u2013 bei Kittler \u00fcblicherweise durch die Formel &#8222;nicht zuf\u00e4llig&#8220;. Um ein Beispiel zu nennen: Wie Kittler in seinem Aufsatz &#8222;Bewegliche Lettern&#8220; zu zeigen versucht, ist die zeitliche N\u00e4he zwischen der Erfindung des Buchdrucks und der Zentralperspektive keine zuf\u00e4llige N\u00e4he, vielmehr stelle der Buchdruck (als eine proto-digitale Technik[19]) gleichsam die Bedingung der M\u00f6glichkeit f\u00fcr den Auftritt des perspektivischen Wissens dar. Damit das Ganze den Anschein der Stimmigkeit bekommt, muss Kittler die chronologische Beziehung zwischen den beiden Erfindungen umkehren. Alberti hat sein Fenster-Modell der perspektivischen Darstellung schon 1435 (also einige Jahre vor Gutenbergs Perfektionierung des Buchdrucks) in dem handschriftlich verbreiteten Traktat von der Malkunst (De pictura) vorgestellt; bei Kittler stellt sich die zeitliche Folge jedoch umgekehrt dar (und wird zugleich zur kausalen Folge): &#8222;Nicht zuf\u00e4llig&#8220; habe sich Alberti bei seinen Forschungen zur Kryptographie am Beispiel von &#8222;Gutenbergs Setzerkasten&#8220; orientiert[20] (er kann damit als ein Mann des Digitalen gelten&#8230;) \u2013 und von da aus wird dann auch seine Erfindung der Perspektive erkl\u00e4rlich: &#8222;Nicht zuf\u00e4llig also legte derselbe Alberti auch die erste gedruckte Theorie der Linearperspektive vor.&#8220;[21] Um den Zusammenhang zwischen Alberti und dem Gutenbergschen Digitalisierungsprojekt weiter zu erh\u00e4rten, f\u00fchrt Kittler anschlie\u00dfend den Bildhauer und Kunsttheoretiker Lorenzo Ghiberti als Zeugen an:<\/p>\n<p>&#8222;Ghibertis Florentiner Chronik r\u00fchmte ihm [Alberti] &#8218;eine Erfindung&#8216; nach, &#8218;die wahrlich der Buchdruckerkunst gleich zu achten ist. Er verfertigte n\u00e4mlich ein Ger\u00e4t, das es m\u00f6glich machte, allerlei Zeichnungen auf beliebige Weise zu vergr\u00f6\u00dfern und zu verkleinern.'&#8220;[22]<\/p>\n<p>Wenn sich diese Stelle (die Kittler nach Moritz Cantors <em>Vorlesungen zur Geschichte der Mathematik<\/em> zitiert) tats\u00e4chlich in einer &#8222;Florentiner Chronik&#8220; des 15. Jahrhunderts finden lie\u00dfe, h\u00e4tte man einen Beleg daf\u00fcr, dass die Zentralperspektive von Anfang an mit dem Buchdruck in Verbindung gebracht wurde. Doch Ghiberti, der angebliche Autor, ist 1455 gestorben, zu einer Zeit, als die Gutenbergsche Erfindung in Italien noch nicht n\u00e4her bekannt sein konnte.[23] Zudem wei\u00df man seit Anfang des 20. Jahrhunderts, dass es sich bei der angeblichen &#8222;Florentiner Chronik&#8220; des Lorenzo Ghiberti um eine &#8222;romantische Mystifikation&#8220;[24] handelt, die Erfindung eines deutschen Schriftstellers des 19. Jahrhunderts namens August Hagen, der sein Werk als eine \u00dcbersetzung aus dem Italienischen ausgab.<\/p>\n<p>Was man unter anderen Umst\u00e4nden als Ausrutscher, als historiographische Schnitzer betrachten k\u00f6nnte, scheint bei Kittler System zu haben: Offensichtlich geht es ihm gar nicht um Mediengeschichte, um eine Rekonstruktion historischer Medienverh\u00e4ltnisse, sondern eher darum, eine vorgefasste Zusammenhangskonstruktion (&#8222;von Alberti bis Turing&#8220;[25]) mit historischen Anekdoten zu belegen. Angesichts dieser Haltung, die deutlich an Hegels &#8222;Umso schlimmer f\u00fcr die Tatsachen&#8220; erinnert (eine &#8222;trockene Antwort&#8220;, die Kittler mit deutlichem Genuss zitiert[26]), muss es erstaunen, dass Kittlers Arbeiten als Proben eines neuen medienhistoriografischen Stils gelesen werden konnten, der mit den plumpen Teleologien und Kontinuit\u00e4tsillusionen der herk\u00f6mmlichen Mediengeschichte gebrochen habe. Seine Vorgehensweise als &#8222;arch\u00e4ologisch&#8220; zu bezeichnen, scheint mir jedenfalls der Foucaultschen Arch\u00e4ologie unrecht zu tun, die einen originellen und konsequenten Vorschlag f\u00fcr eine andere Geschichtsschreibung gemacht hatte. Wesentlich war dabei die Forderung einer strengen Trennung der Zeiten: Es ging darum, historische Formationen als arch\u00e4ologische Schichten zu behandeln, als Gebilde, die mit der Gegenwart des Historikers, seinem &#8218;Horizont&#8216;, absolut nichts zu tun haben sollten, die in ihrer Fremdheit erfasst und in ihrer immanenten Regelhaftigkeit rekonstruiert werden sollten. Statt einer solchen Trennung von Schichten findet man bei Kittler eine muntere Vermischung der Zeiten; w\u00e4hrend Foucault vor allem die Abst\u00e4nde betont und zu zeigen versucht, wie wenig die unterschiedlichen Epistemen miteinander zu haben, ist Kittler unabl\u00e4ssig damit besch\u00e4ftigt, Gemeinsamkeiten zu entdecken und zu zeigen, inwiefern dieses &#8222;nicht zuf\u00e4llig&#8220; mit jenem in Verbindung stehe; auch die Foucaultsche Idee, eine historische Formation in ihrer Fremdheit und Merkw\u00fcrdigkeit stehen zu lassen, hat bei Kittler keine Entsprechung \u2013 er findet umstandslos in jeder Epoche das Vertraute wieder, n\u00e4mlich die Trias von Techniken zur &#8222;\u00dcbertragung, Speicherung, Verarbeitung von Information&#8220;[27]. Kittlers Vorgehen stellt also nicht nur \u2013 was den Umfang des betrachteten Archivs angeht \u2013 eine Korrektur und Erweiterung,[28] sondern \u2013 was die methodische Orientierung angeht \u2013 zugleich eine Verw\u00e4sserung des diskursanalytischen Projekts dar.<\/p>\n<p>So ist es nicht erstaunlich, dass &#8222;medienarch\u00e4ologisch&#8220; inzwischen zu einem Etikett geworden ist, das mit der Foucaultschen Auffassung der Arch\u00e4ologie als &#8220; immanent[e] Beschreibung des Monuments&#8220;[29] nicht mehr viel zu tun hat. Wesentliches Kriterium f\u00fcr die Verwendung des Begriffs scheint zu sein, dass die jeweiligen mediengeschichtlichen Arbeiten in irgendeiner Weise unkonventionell mit geschichtlichen Chronologien umgehen, was wohl ein Grund daf\u00fcr ist, dass auch Momente einer benjaminianisch-messianischen Geschichtsspekulation (wie die Figuren der &#8222;Allegorie&#8220;, der &#8222;rettenden Kritik&#8220; oder des &#8222;Tigersprungs ins Vergangene&#8220;) unter &#8222;medienarch\u00e4ologisch&#8220; firmieren k\u00f6nnen. In der Einleitung zu ihrem Medienarch\u00e4ologie-Reader kommen Erkki Huhtamo und Jussi Parikka schlie\u00dflich auch auf bestimmte Kunstwerke zu sprechen, die &#8222;eine zyklische Bewegung&#8220; zwischen Vergangenheit und Zukunft schaffen, was es erlaube, sie als &#8222;medienarch\u00e4ologisch&#8220; zu bezeichnen: &#8222;There is no separation; instead, there is constant interchange, a cruise in time. The past is brought to the present, and the present to the past; both inform and explain each other, raising questions and pointing to futures that may or may not be.&#8220;[30] Das, so kann man wohl sagen, w\u00e4re der Horror jedes Foucaultschen Arch\u00e4ologen: Eine beliebige Vermischung der Zeiten und eine Restauration des hermeneutischen Zirkels als Spiel der wechselseitigen Interpretation von Gegenwart und Vergangenheit.<\/p>\n<p><strong>Vom Medium zur Medialit\u00e4t<\/strong><\/p>\n<p>Anstatt das Eigene im der Vergangenheit wiederzufinden, w\u00fcrde eine Medienarch\u00e4ologie, die zu den Foucaultschen Intuitionen zur\u00fcckkehren will, gerade die Fremdheit und Unvertrautheit des Anderen zum Ausgangspunkt der Untersuchung machen. Dies w\u00fcrde die Idee einschlie\u00dfen, dass andere Gesellschaften nicht nur andere Medien haben, sondern dass zu anderen Zeiten und in anderen Gesellschaften Medien etwas ganz anderes sein k\u00f6nnen. Die Geschichtlichkeit von Medien liegt demnach nicht nur darin, dass unterschiedliche Medien unterschiedliche Gesellschaften hervorbringen, sondern auch darin, dass Medien, die sich unter Umst\u00e4nden sehr \u00e4hnlich sehen, in historisch sehr unterschiedliche Weisen der Vermittlung eingespannt sein k\u00f6nnen, dass sie eine ganz verschiedene &#8222;Medialit\u00e4t&#8220; haben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Im Bereich der Medientheorie finden sich, soweit ich sehe, erste Ans\u00e4tze zu einer historischen Differenzierung des Medienbegriffs ausgerechnet bei dem eigentlich nicht f\u00fcr differenzierte Darstellungen bekannten Baudrillard. Sein <em>Requiem f\u00fcr die Medien<\/em> (1972) stellt mehr dar als nur die nostalgische Anrufung einer &#8222;unmittelbaren&#8220;, nicht mediatisierten Kommunikation, wie sie nach Baudrillard in den besten Momenten des Mai 1968 zu erleben war: &#8222;die Stra\u00dfe, in der das Wort ergriffen und ausgetauscht wurde \u2013 [\u2026] zur gleichen Zeit und am gleichen Ort, reziprok und antagonistisch.&#8220;[31] &#8222;Requiem f\u00fcr die Medien&#8220;, darin liegt nicht nur ein Aufruf zur antimedialen Aktion, zur Zerst\u00f6rung der vermittelnden Instanzen, die den direkten Austausch verhindern, darin liegt auch und nicht zuletzt eine Wendung gegen den von Marshall McLuhan gepr\u00e4gten technischen Medienbegriff und seine leichtfertige \u00dcbertragung auf alle nur denkbaren Episoden der Menschheitsgeschichte. Weit davon entfernt, ein universelles Erkl\u00e4rungsmuster f\u00fcr gesellschaftliche Kommunikation abgeben zu k\u00f6nnen, muss der technische Medienbegriff vielmehr selbst in seiner historischen Spezifit\u00e4t analysiert werden, was f\u00fcr Baudrillard hei\u00dft, seine Bindung an und seine Komplizenschaft mit einer bestimmten Ordnung der Vermittlung offenzulegen, einer Ordnung, die Kommunikation nur denken kann als sekund\u00e4re, technische Zusammenfassung und Vereinheitlichung eines zersplitterten Sozialen.<\/p>\n<p>Auch Baudrillards Unterscheidung von &#8222;drei Ordnungen der Simulakren&#8220;, wie er sie in seinem Hauptwerk <em>Der symbolische Tausch und der Tod<\/em> vornimmt, l\u00e4sst sich als Versuch einer historischen Auseinanderlegung von grunds\u00e4tzlichen Weisen der Vermittlung, oder wenn man so will, von verschiedenen Medialit\u00e4ten, betrachten. Wie auch immer man zu der damit erz\u00e4hlten Geschichte eines unaufhaltsamen Verfalls von Wirklichkeit, der Aufl\u00f6sung von Referenz in Simulation, stehen mag: Hier ist immerhin angedeutet, dass Kommunikation und Medien in einer archaischen, feudalen Zeichenordnung etwas anderes darstellen als in der vom Markt bestimmten barocken Zeichen\u00f6konomie der &#8222;Imitation&#8220;, und dass ihnen in einer vom Gesetz der Serie bestimmten Ordnung der industriellen &#8222;Produktion&#8220; ein anderer Stellenwert zukommt als in der postindustriellen Ordnung der &#8222;Simulation&#8220;, die vom universalen Gesetz der (digitalen) Codierbarkeit beherrscht wird.<\/p>\n<p>Leider ist die Unterscheidung der drei Weisen des Wirklichkeitsbezugs bei Baudrillard nur sehr holzschnitthaft angelegt, was vor allem damit zu tun hat, dass es ihm nicht um historische Rekonstruktion geht, sondern um eine polemische Breitseite gegen die herrschende Affirmation des Medienbegriffs, in der er nur den Versuch sehen kann, den Imperialismus des Codes noch auf diejenigen Gesellschaften auszudehnen, die bisher davon verschont geblieben sind. Immerhin aber scheint mir die Idee einer Unterscheidung verschiedener Ordnungen der Medialit\u00e4t (innerhalb derer ein Medium jeweils etwas v\u00f6llig anderes sein kann) interessant und ausbauf\u00e4hig zu sein.<\/p>\n<p>In die Richtung einer solchen historischen Differenzierung sind seit den 1990er Jahren vor allem die medi\u00e4vistischen Literaturwissenschaften gegangen \u2013 vermutlich ohne jeden Bezug zu Baudrillard. Sie konnten zeigen, dass Begriffe wie Medium oder Zeichen im Mittelalter in einer ganz spezifischen Weise funktionierten, die sich mit dem heutigen Verst\u00e4ndnis nicht in Einklang bringen l\u00e4sst. Wenn man die detaillierten Forschungen zu einer Vielzahl von Einzelmedien auf einen knappen gemeinsamen Nenner bringen will, so kann man sagen, dass die wesentliche Differenz zwischen vormoderner und moderne Medienlage durch den Unterschied zwischen Partizipations- und Repr\u00e4sentationsverh\u00e4ltnissen bestimmt wird. Demnach wird im christlichen Mittelalter das Medium in einer von unserem technischen Medienverst\u00e4ndnis weit entfernten Weise gedacht: Das Medium ist nicht getrennt vom Vermittelten, es hat vielmehr an ihm Teil, und dieses ist in ihm \u2013 in jeweils spezifischer Weise \u2013 gegenw\u00e4rtig. Vorstellungen von der Wirkungsweise von Medien orientieren sich nicht (wie heute) am Modell der \u00dcbertragung von Informationen, sondern an der Idee der Teilhabe an einer Wirklichkeit. Idealbild eines Mediums ist in diesem Zusammenhang Christus. Sein Beispiel bietet Orientierung f\u00fcr das richtige Verst\u00e4ndnis auch aller irdischen Medien: Christus als Mediator, als Mittler, der nichts &#8222;Mittleres&#8220; ist, keine Instanz zwischen Gott und Mensch, sondern ein Wesen, das an beidem teilhat.<\/p>\n<p>Als analytischer Begriff hat sich in diesem Zusammenhang der der Medialit\u00e4t durchgesetzt, der mir \u2013 einfach, weil er offen l\u00e4sst, wie die Vermittlung zu denken ist \u2013 als Instrument einer medialen Historiographie wesentlich geeigneter scheint als der Begriff des &#8218;Mediums&#8216;, der stets die Assoziation einer apparativen, technischen Form der Vermittlung enth\u00e4lt. Will man versuchen, mit dem Begriff der Medialit\u00e4t zu arbeiten, so m\u00fcsste man vielleicht auch den Anspruch aufgeben, allgemein etwas \u00fcber die mediale Verfassung einer Epoche oder einer ganzen Kultur zu sagen, also beispielsweise die eine als &#8222;Sinnkultur&#8220;, die andere als &#8222;Pr\u00e4senzkultur&#8220; zu markieren. Stattdessen m\u00fcsste man davon ausgehen, dass historische Mediensituationen stets gemischte Situationen sind, die sich nur um den Preis extremer Verk\u00fcrzung einem vereinheitlichenden Begriff zuordnen lassen. So w\u00fcrde eine historische Medialit\u00e4tsforschung sich in erster Linie als eine Form der Deskription verstehen: Am Anfang steht die umfassende Beschreibung aller nur denkbaren Formen der Vermittlung, die in einer Situation einer Rolle spielen. Ob und wie dann etwas als Medium fassbar wird, ergibt sich aus der Beobachtung, kann aber nicht vorausgesetzt werden.<\/p>\n<p><strong>Anmerkungen<\/strong><\/p>\n<p>[1] Galloway, Alexander R.; Thacker, Eugene; Wark, McKenzie: Introduction. In: Alexander R. Galloway, Eugene Thacker und McKenzie Wark: Excommunication. Three inquiries in media and mediation, S. 1\u201324, S. 9.<\/p>\n<p>[2] Foucault, Michel: Die Ordnung der Dinge. Eine Arch\u00e4ologie der Humanwissenschaften (1966). Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1974, S. 384<\/p>\n<p>[3] Mark Hansen r\u00fcckt das &#8222;historische Apriori&#8220; Foucaults in die N\u00e4he des Deleuzeschen &#8222;transzendentalen Empirismus&#8220; &#8211; was zeitlich und sachlich naheliegend ist &#8211; jedoch den Unterschied der Konzeptionen verwischt. W\u00e4hrend Foucaults Theorie des historischen Apriori in gewisser Weise als eine Fortf\u00fchrung und Erweiterung des Kantischen Projekts der Erkenntniskritik verstanden werden kann, scheint mir der Deleuzesche Transzendentale Empirismus vielmehr einen Bruch mit dieser Tradition darzustellen. Der &#8222;kantianische Zug&#8220; der sog. deutschen Medienwissenschaft scheint mir nicht zuletzt darin zum Ausdruck zu kommen, dass sie sich m\u00fchelos mit Foucault anfreunden konnte, w\u00e4hrend sie mit Deleuze nichts anzufangen wusste.<\/p>\n<p>[4] Vogl, Joseph: Medien-Werden. Galileis Fernrohr. In: Lorenz Engell und Joseph Vogl (Hg.): Mediale Historiographien. Weimar: Universit\u00e4tsverlag, 2001, S. 115\u2013123.<\/p>\n<p>[5] Ernst, Wolfgang: Medientheorie als Medienarch\u00e4ologie. Einsichten im technischen Vollzug. Online verf\u00fcgbar unter https:\/\/www.medienwissenschaft.hu-berlin.de\/de\/medienwissenschaft\/medientheorien\/downloads\/skripte\/medientheorie1.pdf, zuletzt gepr\u00fcft am 31.04.2015, S. 4.<\/p>\n<p>[6] Kittler, Friedrich: Interview mit Stefan Heidenreich und Pit Schultz, 22.12.1993. Online verf\u00fcgbar unter http:\/\/hydra.humanities.uci.edu\/kittler\/interview.html, zuletzt gepr\u00fcft am 11.05.2015.<\/p>\n<p>[7] Latour, Bruno: Den K\u00fchen ihre Farbe zur\u00fcckgeben. Von der ANT und der Soziologie der \u00dcbersetzung zum Projekt der Existenzweisen. Bruno Latour im Interview mit Michael Cuntz und Lorenz Engell. In: Lorenz Engell und Bernhard Siegert (Hg.): Zeitschrift f\u00fcr Medien- und Kulturforschung. Heft 2\/2013: ANT und die Medien. Hamburg: Meiner, 2013, S. 83\u2013100, S. 84<\/p>\n<p>[8] Wetzel, Michael: Von der Einbildungskraft zur Nachrichtentechnik. Vor\u00fcberlegungen zu einer Arch\u00e4ologie der Medien. In: Peter Klier (Hg.): Mediend\u00e4mmerung. Zur Arch\u00e4ologie der Medien. Berlin: Ed. Tiamat, 1989, S. 11\u201339, S. 31.<\/p>\n<p>[9] Ernst, Wolfgang: Medientheorie als Medienarch\u00e4ologie. Einsichten im technischen Vollzug. Online verf\u00fcgbar unter https:\/\/www.medienwissenschaft.hu-berlin.de\/de\/medienwissenschaft\/medientheorien\/downloads\/skripte\/medientheorie1.pdf, zuletzt gepr\u00fcft am 31.04.2015, S. 3-4.<\/p>\n<p>[10] Parikka, Jussi: Archival Media Theory. An Introduction to Wolfgang Ernst\u2019s Media Archaeology. In: Wolfgang Ernst: Digital memory and the archive. Edited and with an introduction by Jussi Parikka. Minneapolis, MN: University of Minnesota Press, 2013, S. 1\u201322, S. 9.<\/p>\n<p>[11] Kittler, Friedrich A.: Grammophon, Film, Typewriter. Berlin: Brinkmann &amp; Bose, 1986, S.5.<\/p>\n<p>[12] Ernst, Wolfgang: Kalter Sinn. Der medienarch\u00e4ologische Blick. Das medienarch\u00e4ologische Ohr (Vorlesungen im Wintersemester 2002\/2003)2006. Online verf\u00fcgbar unter https:\/\/www.medienwissenschaft.hu-berlin.de\/de\/medienwissenschaft\/medientheorien\/downloads\/skripte\/kalter-sinn.pdf, zuletzt aktualisiert am 30.05.2015, o.P. [S. 5]<\/p>\n<p>[13] McLuhan, Marshall: Die magischen Kan\u00e4le. Understanding media. Frankfurt a.M.: Fischer, 1970, S. 27.<\/p>\n<p>[14] Kittler, Friedrich A.: Grammophon, Film, Typewriter. Berlin: Brinkmann &amp; Bose, 1986, S. 5\u20136.<\/p>\n<p>[15] Hansen, M. B.N.: Media Theory. In: Theory, Culture &amp; Society, Jg. 23, 2-3, 2006, S. 297\u2013306, S. 297.<\/p>\n<p>[16] Kittler, Friedrich A.: Grammophon, Film, Typewriter. Berlin: Brinkmann &amp; Bose, 1986, S. 5.<\/p>\n<p>[17] Ernst, Wolfgang: Kalter Sinn, a.a.O, o.P. [S. 5]<\/p>\n<p>[18] Ernst, Wolfgang: Kalter Sinn, a.a.O., o.P. [S. 5]<\/p>\n<p>[19] &#8222;Damit aber ist das Betriebsgeheimnis von Gutenbergs beweglichen Lettern schlie\u00dflich ins Betriebsgeheimnis aller heutigen Computer eingezogen.&#8220; Kittler, Friedrich: Bewegliche Lettern. In: Norbert Bolz, Friedrich Kittler und Raimar Zons (Hg.): Weltb\u00fcrgertum und Globalisierung. M\u00fcnchen: Fink, 2000, S. 121\u2013126, S. 124.<\/p>\n<p>[20] &#8222;Nicht zuf\u00e4llig stammt alle moderne Kryptographie aus einem Gespr\u00e4ch, das Leon Battista Alberti 1466 in den G\u00e4rten des Vatikans mit dem p\u00e4pstlichen Geheimsekret\u00e4r Leonardo Dato f\u00fchrte. Beide feierten sie zun\u00e4chst den deutschen Erfinder, dessen bewegliche Lettern in 100 Tagen mehr als 200 Buchkopien herstellen konnten bis Dato mit seinem sprechenden Namen auf die eigene, wesentlich langwierigere Kunst handschriftlicher Verschl\u00fcsselung kam.&#8220; Kittler: Bewegliche Lettern, a.a.O., S. 123.<\/p>\n<p>[21] a.a.O., S. 123.<\/p>\n<p>[22] a.a.O., S. 123.<\/p>\n<p>[23] Vgl. http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ausbreitung_des_Buchdrucks#Italien<\/p>\n<p>[24] Schlosser, Julius von: Einleitung. In: Lorenzo Ghiberti: Lorenzo Ghiberti&#8217;s Denkw\u00fcrdigkeiten (I commentarii). Zweiter Band: Kommentar. Hg. v. Julius von Schlosser. Berlin: Julius Bard, 1912, S. 9.<\/p>\n<p>[25] Kittler, a.a.O., S. 123.<\/p>\n<p>[26] Kittler, Friedrich A.: Eine Kulturgeschichte der Kulturwissenschaft. M\u00fcnchen: Fink, 2000, S. 101.<\/p>\n<p>[27] Kittler, Friedrich: Vorwort. In: Draculas Verm\u00e4chtnis. Technische Schriften. 1. Aufl. Leipzig: Reclam, 1993, S. 8\u201310, S. 8.<\/p>\n<p>[28] Kittler, Friedrich A.: Grammophon, Film, Typewriter. Berlin: Brinkmann &amp; Bose, 1986.<\/p>\n<p>[29] Foucault, Michel: Arch\u00e4ologie des Wissens. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1973, S. 15.<\/p>\n<p>[30] Huhtamo, Erkki; Parikka, Jussi: Introduction. In: Erkki Huhtamo und Jussi Parikka (Hg.): Media archaeology. Approaches, applications, and implications. Berkeley, Calif.: University of California Press, 2011, S. 1\u201321, S. 15.<\/p>\n<p>[31] Baudrillard, Jean: Requiem f\u00fcr die Medien. In: Jean Baudrillard: Kool Killer, oder Der Aufstand der Zeichen. Berlin: Merve Verlag, 1978, S. 83\u2013118, S. 101.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diskussionspapier zu einem Workshop der AG Mediengeschichte in der Gesellschaft f\u00fcr Medienwissenschaft (GfM), Paderborn, Juni 2015. Stephan Gregory (Weimar) Erstens: Mediengeschichte als Geschichte der Medien Es ist naheliegend, Mediengeschichte zun\u00e4chst als eine Geschichte &#8222;der Medien&#8220; zu verstehen. Mediengeschichte w\u00e4re dann dadurch definiert, dass sie es <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/gregory.es\/index.php\/medien-geschichte\/medien-und-mediationen-was-heisst-und-wie-weit-reicht-mediengeschichte-2\/\">weiterlesen&#8230;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":39,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-161","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/gregory.es\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/161","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/gregory.es\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/gregory.es\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gregory.es\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gregory.es\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=161"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/gregory.es\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/161\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":162,"href":"https:\/\/gregory.es\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/161\/revisions\/162"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gregory.es\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/39"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/gregory.es\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=161"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}